Ich benutze Word oder Docs nicht mehr - diese open-Source-Schreib-App schlägt beide.
Jahrelang drehte sich mein Schreibworkflow um Microsoft Word und Google Docs. Das ist nicht verwunderlich - in den meisten beruflichen Umgebungen sind diese beiden Tools die Standardlösungen. Dokumente kommen meist als DOCX-Dateien an, Teams arbeiten in Google Docs zusammen - früher oder später verwendet man schließlich das, was im Rest des Arbeitsplatzes genutzt wird. So war es auch bei mir: Word übernahm den Großteil meines Schreibens, während Google Docs zum Einsatz kam, wenn etwas schnell geteilt oder im Browser bearbeitet werden musste.
Irgendwann wurde mir jedoch klar, dass ich eigentlich nicht alles brauchte, wofür diese Plattformen konzipiert worden waren. Abonnements, Accounts sowie Cloud-Integrationen sind in der richtigen Umgebung nützlich - für das alltägliche Schreiben wirkten sie jedoch oft wie unnötiger Ballast. Ich brauchte immer noch ein leistungsfähiges Textverarbeitungsprogramm, das die Formatierung korrekt handhabte und mit DOCX-Dateien umgehen konnte - doch die gesamte dazugehörige Plattform benötigte ich nicht. Heutzutage schreibe ich fast alles in LibreOffice Writer - der Umstieg war viel einfacher, als ich erwartet hatte.
Word und Docs entwickelten sich allmählich zu mehr Software, als ich eigentlich brauchte.
Es störte das einfache Schreiben.
Im Laufe der Zeit hatten sowohl Word als auch Google Docs den Eindruck erweckt, eher Software zu sein, als dass ich sie tatsächlich benötigte. Insbesondere Word ist mittlerweile eng mit dem Abonnement-Ökosystem von Microsoft verknüpft. Es ist nicht mehr einfach nur ein Textverarbeitungsprogramm, das man installiert und anschließend vergisst. Es gibt Konten, Cloud-Integrationen sowie einen stetigen Druck, die Funktionen von Microsoft 365 zu nutzen - Funktionen, die ich kaum verwende. Das macht Word zwar nicht schlecht, fügt aber zusätzliche Komplexität hinzu, die mir eigentlich nicht hilft, wenn ich nur ein Dokument öffnen und schreiben möchte.
Bei Google Docs ist das Problem genau umgekehrt. Es ist äußerst praktisch für die Zusammenarbeit, doch das browserbasierte Design kann einschränkend wirken, wenn man es gewohnt ist, einen vollwertigen Desktop-Texteditor zu nutzen. Alles dreht sich um die Online-Verbindung sowie um das Google-Konto; die Dateiverwaltung ist zudem an Google Drive gebunden - ob man das nun will oder nicht. Für schnelle gemeinsame Bearbeitungen ist Google Docs ideal - doch für das tägliche Schreiben wünschte ich mir etwas Einfacheres: einen herkömmlichen Texteditor, der schnell startet, lokal arbeitet und bei dem ich mich nicht erst einloggen muss, bevor ich mit dem Schreiben beginnen kann.
Andere Schreibtools sind großartig, aber sie sind keine echten Ersatzte für Word.
LibreOffice Writer bewahrt den gewohnten Word-Workflow
Ich habe mir vor der Entscheidung für LibreOffice Writer zahlreiche andere Schreibprogramme angesehen. Programme wie Obsidian sowie andere Markdown-fokussierte Editoren sind hervorragend geeignet, wenn Ihr Arbeitsablauf auf Notizen, Wissensdatenbanken oder einfachen Textdateien basiert. Sie sind schnell, flexibel - und viele Schriftsteller schwören auf sie. Das Problem ist jedoch, dass sie keine wirkliche 1:1-Alternative zu einem traditionellen Textverarbeitungsprogramm darstellen. Die Formatierung funktioniert anders, das Exportieren von Dokumenten erfordert oft zusätzliche Schritte - und die Zusammenarbeit mit Personen, die ein DOCX-Format erwarten, kann schnell problematisch werden.
Was ich brauchte, war ein Programm, das sich wie Word verhält - ohne jedoch Word selbst zu sein. LibreOffice Writer erfüllt diese Rolle perfekt. Es öffnet und speichert DOCX-Dateien problemlos, unterstützt alle Formatierungstools, die ich tatsächlich nutze, und die Oberfläche ist so vertraut, dass es praktisch keine Lernkurve gibt. Ich musste meinen Arbeitsablauf nicht neu überdenken oder ihn an Markdown anpassen. Ich installierte einfach die Software, öffnete ein Dokument und begann zu schreiben - genau wie bisher.
Die Registerkarten-Oberfläche sorgt dafür, dass LibreOffice sofort vertraut wirkt.
Ein ribbongestaltetes Layout, das Microsoft Word nachbildet
Eine kleine Änderung hat es mir erleichtert, auf LibreOffice Writer umzusteigen: Ich habe die Benutzeroberfläche auf das Registerlayout umgestellt. Standardmäßig verwendet LibreOffice ein traditionelleres System aus Werkzeugleisten und Menüs - ähnlich wie in älteren Versionen von Microsoft Office. Wenn man aus modernen Versionen von Microsoft Word kommt, kann dieses Layout anfangs fremd erscheinen. Das Registerlayout löst dieses Problem, indem es die Werkzeuge in Abschnitte wie „Start“, „Einfügen“, „Layout“ und „Überprüfen“ gruppiert - für jeden, der bereits mit Word gearbeitet hat, sollte das sofort vertraut sein.
Falls Sie LibreOffice zum ersten Mal installieren, müssen Sie eventuell gar nichts manuell ändern. Beim ersten Öffnen von LibreOffice erscheint möglicherweise ein Hinweis, der verschiedene Schnittstelleneinstellungen vorschlägt - darunter auch die Registerkarten-Oberfläche. Falls Sie diesen Schritt überspringen oder die Einstellung später ändern möchten, dauert das nur wenige Sekunden. In LibreOffice Writer klicken Sie im Menüband auf Ansicht, wählen Benutzeroberfläche aus und anschließend Mit Registerkarten aus der Liste der verfügbaren Layouts. Nach Bestätigung der Änderung wechselt die Oberfläche zu einem Ribbon-Style-Layout, das den Word-Benutzern sehr vertraut vorkommt. Sobald die Registerkarten vorhanden waren, fühlte sich alles vertraut an - ich konnte mich ganz auf das Schreiben konzentrieren, anstatt nach Formatierungstools zu suchen.
LibreOffice Writer ist perfekt für Menschen, die einfach nur schreiben wollen.
Ein vollständiger Texteditor - ohne den Ballast
LibreOffice Writer eignet sich hervorragend für Menschen, die ein voll ausgestattetes Textverarbeitungsprogramm suchen, ohne an eine größere Plattform gebunden zu sein. Wenn Ihre Arbeit hauptsächlich aus dem Verfassen von Dokumenten, dem Bearbeiten von Texten sowie dem Teilen von Dateien in gängigen Formaten wie DOCX oder PDF besteht, bietet LibreOffice Writer alles, was Sie wahrscheinlich benötigen werden. Jeder, der viel Zeit mit Word-Dokumenten verbringt, wird sich hier wohlfühlen. Das Programm verhält sich wie eine herkömmliche Desktop-Anwendung, startet schnell und erfordert weder ein Konto noch ein Abonnement, um genutzt zu werden.
Es ist auch eine natürliche Wahl für Menschen, die lokale Software der cloudbasierten Tools vorziehen. Ihre Dateien bleiben auf Ihrem Computer, es sei denn, Sie entscheiden sich dafür, sie woanders zu speichern. Die Anwendung funktioniert sowohl online als auch offline gleich gut. Diese Einfachheit ist erfrischend in einer Welt, in der so viele Programme auf Konten, Abonnements und ständige Konnektivität angewiesen sind. Wenn Sie lediglich ein zuverlässiges Textverarbeitungsprogramm suchen, das einmal installiert wird und danach keine weitere Aufmerksamkeit erfordert, ist LibreOffice Writer erstaunlich schwer zu übertreffen.
Manchmal sind die einfachsten Schreibwerkzeuge die, die am besten funktionieren.
Standardmäßig bleiben Ihre Dateien auf Ihrem Computer - das bedeutet, dass nichts automatisch hochgeladen, synchronisiert oder mit einem Online-Konto verknüpft wird, es sei denn, Sie entscheiden sich dafür. Für LibreOffice Writer ist es nicht notwendig, sich anzumelden, eine Cloud-Dienste zu nutzen oder die App mit einer größeren Plattform zu verknüpfen, um mit dem Schreiben zu beginnen. Dieser „lokaler Erstansatz“ bedeutet jedoch nicht, dass Sie in Ihrer eigenen kleinen „Insel“ gefangen wären. LibreOffice Writer verarbeitet DOCX-Dateien sehr gut - Sie können also weiterhin Dokumente mit Personen teilen, die Microsoft Word verwenden, ohne dass für diese zusätzliche Schritte erforderlich wären. Ich öffne regelmäßig DOCX-Dateien, bearbeite sie und sende sie zurück - ohne jegliche Probleme. Im Grunde ermöglicht diese Kompatibilität es Ihnen, Ihren einfachen, lokalen Arbeitsablauf beizubehalten und gleichzeitig mit Personen zusammenzuarbeiten, die Word-Dokumente erwarten.





