Der einstige Liebling der Android-Welt verlässt offiziell die USA
Nach monatelanger Reduzierung seiner Präsenz verlässt OnePlus offiziell die USA und Europa. Das Mutterunternehmen Oppo bestätigte, dass OnePlus in Nordamerika und Europa keine neuen Produkte mehr auf den Markt bringen wird - den Kundensupport wird das Unternehmen jedoch weiterhin anbieten.
Der Android-Handyhersteller bezeichnet die Einstellung der Produktion als Teil einer „proaktiven globalen strategischen Anpassung“. Oppo wird die Funktionen sowie die Produktvision von OnePlus in seine eigene Marke integrieren. Obwohl dies keine große Veränderung darstellt - schließlich waren neuere OnePlus-Handys häufig Variationen von Oppo-Designs - geschieht dies kurz nachdem Pete Lau, Mitbegründer von OnePlus, als Chief Product Officer zu Oppo zurückgekehrt ist.
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Ein solches Telefon könnte es heutzutage einfach nicht geben.
Oppo hat nicht erklärt, ob OnePlus weiterhin Produkte in anderen Regionen auf den Markt bringen wird. Allerdings teilte das Unternehmen den Community-Mitgliedern mit, dass OnePlus India weiterhin „geschäftsüblich“ operieren werde.
Was wird mit meinem OnePlus-Telefon passieren?
Oppo wird die Unterstützung fortsetzen, einschließlich Software.
Oppo betont, dass OnePlus-Geräte weiterhin vollen Kundensupport erhalten - einschließlich Garantieleistungen sowie der zugesagten Software- und Sicherheitsupdates. Für neuere Geräte wie das OnePlus 15 bedeutet das vier Jahre lange Betriebssystem-Updates sowie sechs Jahre lang Sicherheitspatches.
Dazu gehört auch die besondere Möglichkeit, das Betriebssystem zu wechseln. Laut dem Unternehmen werden OnePlus-Geräte, die in den „für ein Upgrade in Frage kommenden Umfang“ fallen, die Wahl haben, nach Verfügbarkeit auf Oppos ColorOS 17 umzusteigen. Dadurch kann Oppo Updates „beschleunigen“, die Qualität verbessern und seine Bemühungen insgesamt besser harmonisieren.
Sie können weiterhin OnePlus’ OxygenOS verwenden - und falls Sie es bereuen, auf ColorOS umgestiegen zu sein, haben Sie sogar die Möglichkeit, wieder zu einer früheren Version zurückzukehren. Laut dem Unternehmen erhält die bisherige Plattform weiterhin „Versions-Updates“. Die verfügbaren Rollback-Versionen werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.
Oppo gibt an, seine Präsenz in Europa ausbauen zu wollen - wobei der Schwerpunkt auf Flaggschiff-Smartphones liege. Oppo hat bislang nicht angegeben, ob und wann es Smartphones offiziell in den USA auf den Markt bringen wird. Daher ist nicht zu erwarten, dass Geräte wie das Find X9 Pro außerhalb von Importeuren erhältlich sein werden.
Warum verlässt OnePlus die USA?
Ein schwieriger Telefonmarkt und Fehlschläge haben vermutlich eine Rolle gespielt
OnePlus wurde Ende 2013 von Lau und Carl Pei gegründet und erregte schnell Aufmerksamkeit, als das Unternehmen das OnePlus One zum Preis von 299 Dollar vorstellte. Dieses „Flaggschiff-Killer“-Gerät bot eine Leistung, die mit der von Spitzenmodellen wie dem Samsung Galaxy S5 vergleichbar war - und das zu etwa halbem Preis. Zwar konnten Kameraqualität, Display und Haltbarkeit nicht immer mit diesen Top-Modellen mithalten, doch das ursprüngliche Bestellsystem, bei dem nur auf Einladung gekauft werden konnte, war aufgrund der begrenzten Produktionskapazitäten notwendig. Gleichzeitig trug es zur Reputation der Marke bei - wer damals ein OnePlus-Telefon besaß, gehörte zu einem exklusiven Kreis.
Das Unternehmen begann im Laufe der Zeit, seinen Konkurrenten immer ähnlicher zu werden: Es erhöhte die Preise und erweiterte sein Produktportfolio um günstige Smartphones wie die Nord-Serie sowie Earbuds, Smartwatches und Tablets. Dadurch verlor es seine Kostenvorteile. Zudem gab es Fehlschläge wie das OnePlus 10T, bei dem charakteristische Funktionen wie der Alarmschalter weggelassen wurden. Die zunehmende Ähnlichkeit zwischen OnePlus- und Oppo-Telefonen enttäuschte Kunden, die sich einzigartige Features erwartet hatten.
OnePlus war Oppos einziger bedeutender Einstiegspunkt auf dem US-Handymarkt. Zu den Erfolgen zählten Verträge mit dem Netzbetreiber T-Mobile sowie eine Präsenz in Best Buy-Filialen. Laut Analysten von IDC erreichte der Marktanteil von OnePlus in den USA im Jahr 2021 mit 1,8 Prozent seinen Höhepunkt. Bis 2025 sank dieser Anteil jedoch auf 0,1 Prozent - nicht zuletzt weil T-Mobile OnePlus im Jahr 2023 aus seinem Portfolio strich. Ohne die Verkäufe über Netzbetreiber, die auf dem US-Markt eine dominiende Rolle spielen, hatte OnePlus kaum Chancen, an Bedeutung zu gewinnen.
Das Nothing’s (4a) Pro ist nicht das High-End-Handy, für das es gehalten wird - aber das ist nichts Schlechtes.
Es kommt nicht oft vor, dass man bei einem modernen Smartphone ein schickes Design und einen mittelhohen Preis bekommt.
Die Situation wurde dadurch nicht besser, dass Pei OnePlus verließ, um im Jahr 2020 Nothing zu gründen. Obwohl sein Unternehmen sich eher auf designorientierte Handys und Audio-Produkte konzentriert, hat es inoffiziell die Rolle von OnePlus als schnell wachsendes Start-up übernommen, das bereit ist, Risiken einzugehen. Als OnePlus aus dem Sortiment von Best Buy verschwand, trat die Hardware von Nothing an seine Stelle.
Dies wird noch verschärft durch einen schwierigen globalen Smartphone-Markt, der unter steigenden Komponentenkosten leidet. Laut Counterpoint Research hatte die mobile Industrie soeben ihr schlechtestes Frühjahrsquartal seit 13 Jahren; dabei verlor Oppo Marktanteile, obwohl die Verkäufe bei den meisten Konkurrenten zurückgingen. In den letzten Monaten hat Oppo die Aktivitäten von OnePlus zurückgeschraubt und die Entwicklung mit seiner preisgünstigen Marke Realme zusammengelegt. Zudem hat das Unternehmen gerade bekanntgegeben, dass Realme den Verkauf von Telefonen in China einstellen wird, um sich „auf ausländische Märkte zu konzentrieren“.
Weniger Auswahl für US-Telefonkäufer
Oppo befindet sich letztendlich im Überlebensmodus - das Unternehmen konsolidiert seine Geschäftsaktivitäten und senkt die Kosten, um den Marktbedingungen standzuhalten, die in naher Zukunft voraussichtlich noch schlechter werden. Bei OnePlus fiel es relativ leicht, Kosten zu reduzieren. Dadurch bleibt amerikanischen Handykäufern jedoch eine weitere Option weniger. Das begrenzt den Wettbewerb und macht es umso schwieriger, sich in einem Markt voller Galaxy-, Pixel- und iPhones hervorzutun.







